KONJORLLOE - Wo unsere Arbeit begann

Mit Konjorlloe und den Bewohnern dieses kleinen Ortes begann unsere Projektarbeit. Die kleine Gemeinde wurde während des 14-jährigen Bürgerkrieges von Rebellengruppen zerstört, die Bewohner des Ortes flohen in einem 2-Wöchigen Fussmarsch in die Hauptstadt oder über die nahegelegenen Grenzen nach Guinea oder Sierra Leone um sich in Sicherheit zu bringen. Die Freundschaft zu Rudolf Janke, der selbst vor Ausbruch des Bürgerkrieges aus beruflichen Gründen in Liberia gelebt hatte, wendete das Schicksal der Bewohner Konjorlloes. Mit Janke's finanzieller Unterstützung, war es möglich 200 Einwohnern auf zwei LKWs die Reise zurück in die Heimat zu ermöglichen. Seitdem unterstützte Janke über mehrere Jahre Konjorlloe im Wiederaufbau  ihrer Gemeinde. Seit 2012 wird diese Arbeit durch den Verein, Liberia-Freunde e.V. fortgeführt. Bisher wurde durch dieses Engagement der Bau einer richtigen Schule, Trinkwasserbrunnen, größeren und regenfesten Häuser, eine Dorfhalle, einer ersten Komposttrockentoilette, und einem Hebammenhaus mit Gästezimmer ermöglicht. 


Konjorlloe Country Cloths

Unterstützung der Verarbeitung von lokal angebauter Baumwolle

Im Projektgebiet, Lebensraum der Kissi und Gbandi, wird traditionell selbst angebaute Baumwolle verarbeitet. Das Produkt ist das sogenannte „Country Cloth“, ein ca. 10 cm breiter Baumwolltuchstreifen, der in der Regel bis zu einer Länge von rund 15 m gewebt und als Rolle auf dem Markt verkauft wird. Dieses Tuch ist Grundlage der Sonntags- und Festgewänder von Männern und auch Frauen. Das Sozialunternehmen "Konjorlloe Country Cloth“, derzeit von 7 Frauen als Inhaberinnen geführt, wurde in den Gründungsjahren zusätzlich durch das Know-How einer Beraterin für „Frauen zur Selbständigkeit“ aus Foya unterstützt. 

Sit, think and work together in unity for future

Skulptur als Zeichen der langjährigen Kooperation zwischen Aktivisten aus Liberia, Village People Empowerment und Liberia Freunde e.V

Die Skupltur des Liberianischen Künstlers Manfred Zbrzezny steht seit März 2019 im Zentrum des Dorfes Konjorlloe im Norden Liberias in Kissiland vor dem sogenannten „Poluno - House“. Sie steht für die Entwicklungserfolge, die seit 2004 erreicht werden konnten.

Brückenbau

Brücken vereinen zahlreiche Dörfer

Zwei Brücken waren seit knapp zwei Jahren nicht mehr befahrbar, so dass für zahlreiche Bauern der Region ein Verkauf ihrer Agrar-produkte und die Versorgung der Bevölkerung gravierend eingeschränkt waren. DIe gemeinschaftliche Wiederherstellung der beiden Brücken war unter Leitung des sehr angesehenen, hochtrangigen Schmieds der Region Foya, Chief Blacksmith Tamba Gboyo, 55, aus Sakpawah, in der Folge der Konferenz möglich. 


Die Schule

Ergänzung der Schule um Junior-High-Zweig (Klasse 7 - 9):

Es gibt einen großen Mangel an weiterführenden Schulen in der Region und damit verbunden sind sehr lange Schulwegen. Um einen Schulbesuch zu ermöglichen muss daher sogar von einigen Familien der Umzug in Erwägung gezogen werden. Daher planen die Liberia Freunde  die Schule um 3 Räume zu erweitern und für diese Klassen entsprechend ausgebildete zusätzliche LehrerInnen einzustellen - Ein äußerst wichtiges, aber großes Vorhaben, das mit erheblichen laufenden Kosten verbunden ist.

Gesundheitszentrum

Ausweitung der basismedizinischen Versorgung im ländlichen Raum:

Das mit Mitteln der Liberia-Freunde errichtete Hebammenhaus wird seit 2014 auch als Basisgesundheitszentrum genutzt. Das derzeitige Gesundheitszentrum (THC) soll zukünftig sowohl einen erweiterten Kreis von bis zu 20 Dörfern versorgen und gleichzeitig durch mehr Behandlungsräume Arbeitsmöglichkeiten für zusätzlich zeitlich befristet beschäftigtes medizinisches Personal ermöglichen. Mit diesem externen Fachpersonal könnte auch ein reger Informations- und Erfahrungsaustausch mit den Einsatzkräften vor Ort begonnen werden. Für die damit verbundenen weiteren Wege ist auch die Anschaffung eines Mopeds erforderlich, um den mobilen Dienst aufrechterhalten zu können. Wege von bis zu knapp 2 Stunden zu Fuß gilt es nach der Ausweitung des Aktionsraumes durch ein Moped entscheidend zu verkürzen.

 

 

Trinkwasserbrunnen

Brunnen mit Handpumpe:

Zusätzlich zu den in den letzten 10 Jahren bereits mit sauberem Trinkwasser versorgten 8 Dörfern wird derzeit mit Unterstützung der Deutschen Botschaft in Monrovia der Bau von Brunnen mit Handpumpe in bisher auf verschmutztes Bachwasser angewiesenen 3 Dörfern vorangetrieben. In 2019 wurden in Zusammenarbeit mit den Partnern von Village People Empowerment (ViPeG) weitere Brunnen in mehreren Gemeinden der Region um Foya (Lofa County) fertiggestellt. Diese Brunnen leisten einen wichtigen Beitrag zu mehr Sicherheit im Zugang zu Trinkwasser und einer deutlichen Verbesserung der gesundheitlichen Lage, da viele Krankheiten über verschmutztes Wasser z.B. aus stehenden Gewässern oder auch Flüssen, übertragen werden.