Gesundheitsversorgung

Gesundheitszentrum

Ausweitung der basismedizinischen Versorgung im ländlichen Raum:

Unter Leitung des ausgebildeten Gesundheitshelfers Thomas Tengbeh als Gesundheitsdirektor in Konjorlloe und Uriah Keibah in Karzah findet eine Basisgesundheitsversorgung unterhalb der Krankenhausebene statt. Die medizinische Beratung, Versorgung und

Bereitstellung von Medikamenten für die häufigsten 15 - 20 Erkrankungen wird insbesondere in schwierig zugänglichen, z.T. nur fußläufig erreichbaren Bergregionen im Norden Liberias dauerhaft angeboten. Die als Tengbeh-Health-Center (THC) bekannte Gesundheitsstation in Konjorlloe betreut rund 6 -7.000 Menschen, zum Teil mobil, aus über 15 Dörfern seit 2014, whärend das Karzah-Health-Center den laufenden Betrieb in einer renovierten alten Schule im Dezember 2019 aufnehmen konnte. Diese Angebote werden von der Bevölkerung sehr geschätzt und genutzt. Leider wird der Service einschl. der Medikamente aber nach wie vor in Konjorlloe nur zu einem geringen Anteil (ca. 30%) auch bezahlt, so dass auch in Zukunft eine weitere laufende Unterstützung von außen, seitens

Liberia Freunde und der betroffenen Kommunen erforderlich ist. Hierfür konnte mit dem Ehepaar Szenzenstein in Wiesbaden ein Dauerspender gefunden werden.

 

In Karzah hingegen wurde umgehend parallel kommunale Samstagsarbeit für Männer und Frauen eingeführt und das damit eingespielte Geld dem Zentrum zur Verfügung gestellt. In anderen Gegenden gilt diese kostengünstige Basisversorgung (für rund 0,10 bis 0,20 USD im Jahr pro Einwohner) in Kombination mit dem Zugang zu sauberem Trinkwassser als mustergültig. Die ursprüngliche Vorstellung, dass in Konjorlloe gemachte Erfahrungen an die

Region Karzah weitergegegben werden sollten, hat sich mit der eingeführten Unterstützung seitens der Kommune dies teilweise geradezu umgekehrt. 

 

Eine Einbindung in das liberianische (nationale und inernationale) 10-Jahresprogramm „Regionale Gesundheitsversorgung“ der liberianischen Regierung und der internationalen Partner ist weiterhin anzustreben und wurde von Liberia Freunde e.V. auch durch eine zusätzliche Ausbildung und Förderung der Hebammen in 2020, insbesondere hinsichtlich des Themas „Familienplanung,“ mit Erfolg durch die Hebamme Magda Sticht als SES-Expertin

unterstützt. Mit größtem Interesse haben Schwangere, alle anderen Frauen, jungen Mädchen und auch Männer sowie Ehepaare dieses Fortbildungs- und Informationsangebot angenommen. Sicherlich hat Frau Sticht aufgrund ihrer langen Erfahrungen von 25 Jahren

alle umgehend überzeugt. In allen von ihr besuchten 6 Dörfern war es ihr möglich das Thema Familienplanung und die Unterstützung der traditionellen GeburtshelferInnen mit Erfolg anzusprechen und in aller Kürze erste Spuren zu hinterlassen. 

Heilpflanzen

Wir haben das Ziel ist insgesamt rund 100 liberianische Heilpflanzen zu dokumentieren und das Wissen im Rahmen einer Publikation für die lokale Bevölkerung in Zusammenarbeit mit einer neu gegründeten Institution zur Anwendung von Heilpflanzen zu erarbeiten und ab 2020 zu verbreiten. Das als Liberia Medicinal Plants Research Company (LMPRC) bekannte Herbal Medical Center, unter Leitung von Madison Mangblin und Benjamin Zahn, als Ausbildungs- und Klinikeinheit in Ganta in Nimba County gelegen, soll in diesem Rahmen bei der Liberia-weiten Aufklärungsarbeit unterstützt werden.

 

Auch eine der führenden Frauen aus Konjorlloe, Mayama Lamin, soll, wie andere auch, in die Dokumentation eingebunden werden. DIe Zusammenarbeit zwischen Thomas Tengbeh und dem Zentrum wurde bereits vereinbart.

 

Trinkwasser

Hinsichtlich des seit 2010 explizit durch die UN verbrieften Menschenrechts auf sauberes Trinkwasser konnten in den letzten Jahren kontinuierliche Fortschritte erzielt werden. Jährlich wurde auf Initiative der Liberia Freunde für mehrere hundert Menschen in der Region der entsprechende Zugang durch den Bau neuer Handpumpenbrunnen, insgesamt mittlerweile in 13 Dörfern mit zusammen rund 9.000 Einwohnern gesichert werden. Die häufigen Magen- und Darmkrankheiten und die hohe Säuglingssterblichkeit wurden erheblich reduziert und die Zahl der versorgten Dörfer steigt jedes Jahr.

 

Sauberes Trinkwasser für 10.000 Menschen in 16 Dörfern

Stand: April 2020

 

Neben der Versorgung von Konjorlloe mit Trinkwasser aus 2 Brunnen seit 2008 werden bisher insgesamt weitere 15 Dörfer in der Region, darunter 3 Dörfer erstmals in 2020 mit sauberem Trinkwasser aus einem von Liberia Freunde e.V. finanzierten Handpumpen-Brunnen versorgt. Der erneute Zuschuss der Deutschen Botschaft im Jahr 2020 von 5.700 USD hat (bei einem Eigenbeitrag von Liberia Freunde e.V. von 1.400 USD) dazu beigetragen dieses zu ermöglichen. Weitere Dörfer in der Region sind bisher nicht oder nur unzureichend mit Trinkwasser-Brunnen ausgestattet, so dass auch weiterhin ein dringender Bedarf zur Umsetzung des Menschenrechts auf Trinkwasser gegeben ist.


Ebola Prävention

In 2014 kam es zum größten bekannten Ausbruchs der Ebola-Epidemie im Drei-Länder-Eck von Guinea, Sierra Leone und Liberia. Der Ausbruch zentrierte sich daher mitten auf den im Bezirk Foya liegenden Hauptaktionsraum von Liberia-Freunde e.V.. Obwohl zu dieser Zeit die Lage in der Region laut "Ärzte ohne Grenzen" bereits als außer Kontrolle geraten eingeschätzt wurde, herrschte in den ländlichen Gemeinden ein enormes Informationsdefizit. Durch unseren Kontakt zu unseren Partnern vor Ort konnten jedoch wichtige Hinweise gegeben werden um die lokale Bevölkerung ausreichend zu informieren und damit auch auf die Gefahren der Krankheit vorzubereiten.

 

Mit dem Ausbruch kam es auch zum Zusammenbruch der einheimischen Märkte und einer immensen Preissteigerungen (Reis z.B. um 200%). Hinzu kam die Schließung öffentlicher Einrichtungen (insbesondere der Schulen). Durch Versorgungsprobleme und die Nutzung aller bisher angesparter Ressourcen litt dir Bevölkerung unter Hunger. In diesem Zusammenhang hat sich die kurzfristige Anpassung des Kooperationsprogramms durch eine zusätzliche Ebola-Präventionsmaßnahme in den betreuten Projektregionen als enorm hilfreich und effektiv erwiesen. 

Unser Beitrag zur Ebola-Prävention

Durch den präventiven Einsatz eines Gesundheitsberaters, der die Bevölkerung für den Zeitraum eines Jahres jederzeit auch mit den wichtigsten Medikamenten und in Notfällen mit Essen versorgte, und die Einführung von zusätzlichen Hygienemaßnahmen (Toiletten und Handwascheinrichtungen) konnten trotz unmittelbarer Nähe zum Epizentrum des Ebola-Ausbruchsjegliche Ansteckungen der ansässigen Bevölkerung im Projektgebiet von 15 Dörfern, d.h. 7500 Einwohnern, mit dem Virus verhindert werden.